Als ich gehört habe, um was es bei der Visionssuche geht, hat sich alles in mir fürchterlich zusammengezogen. Ich wünschte mir, dass ich nicht richtig gehört habe, dass alles nur ein Scherz wäre, das war es aber leider nicht. Für ein paar Minuten wurde ich sprachlos und ohnmächtig vor diesen für mich unüberwindbaren Hürde: Alleine draußen irgendwo im Wald, die ganze Nacht und das für 3 Tage und 3 Nächte. Ich konnte und wollte es einfach nicht glauben, denn ich stand wirklich vor einer Aufgabe, die für mich größte Angst hervorrief. Ich hatte auch immer panische Angst vor Schlangen, aber das Ausmaß und die Tiefe der Angst vor diesem Ziel war noch größer.

Es hieß natürlich, dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, ins Lager zurückzukehren und AUFGEBEN. . . . Wenn es nur meins wäre, das kann sich eine Kämpferin nicht mal vorstellen. So erlebte ich eine Reihe von unterschiedlichen Emotionen, bis alles schließlich in Wut überging. Ich schaute zurück in mein Leben und sah lauter "Grenzen sprengen". Die Ergebnisse daraus waren natürlich immer positiv. Aber hat es denn kein Ende? Wie oft sollte ich, wie schon immer, hinter irgendwelchen Herausförderungen und Zielen nachspringen? Wurde mein Wille nicht oft genug herausgefordert? Der Lebensfluss wollte mir einfach keine "Lernferien"gönnen.

Sauer stand ich einen Monat lang mit absolut Negativer Einstellung über die Sinnhaftigkeit dieser Aufgabe, hatte es plötzlich satt von all diesen bisher geleisteten Knochenarbeiten und rebellierte stur innerlich gegen diesen unfreiwillig gewählten Weg, der mir aber doch als einzig mögliche Einbahnstraße winkte. Ich sah mich aber über diese Schwelle nicht darüber hinaus. Ich dachte:"Gut, dann wirst du einmal in deinem Leben aufgeben, kehrst einfach zurück, auch wenn du die Einzige sein solltest. Die Annerkennung von Anderen brauchst Du ja nicht mehr. Dir und schon gar nicht den anderen brauchst du auch nichts mehr zu beweisen, also. . . "

Und es wurde mir bei solchen Gedanken nur noch schlechter und ich wusste, dass das der falsche Weg wäre. Denn ich spürte ja, dass ich eigentlich schreckliche Angst vor der Angst hatte und dass ich eine einmalige Chance habe, diese anzuschauen, sie zur Freundin zu machen und sie zu umarmen sowie diese Nacht mit ihrem dunklen Mantel. Das wäre doch wirklich super. Aber der Preis? Es grauste mich immer wieder, spürend, dass ich es mir nichtmal zutrauen würde.
Andererseits war ich immer schon davon überzeugt, dass , wenn ich mich entscheide, 100%etwas zu tun, was vielleicht die anderen für schwer oder sogar unerreichbar halten, erreiche ich das Höchstmögliche. Es können sogar Wunder entstehen und ich wusste, dass es funktioniert. Es ist ein Thema der völligen Entscheidung, die dem Zweifel keinen Raum lässt. Mit den Tagen spürte ich langsam einen inneren Ruf es zu tun. Jetzt oder nie - und ich sah langsam einen Sinn dahinten. Meine Freundin bemerkte: "Aha, sowie der JESUS, der es damals gemacht hatte, um den Teufel zu besiegen. ". . . Den Teufel besiegen? War nicht gerade dort das Schlüsselwort für mich? Wäre es nicht genial, diesen Teufel als etwas Angenehmes zu sehen, ihn zum Freund machen und vielleicht zu ihm und mit ihm reden, falls ich seiner Energie begegnen sollte? Plötzlich fing ich an zu spüren, dass diese Angst ein von mir gemachtes Phantom, also eine Lüge war, die mich zum machtlosen, gelähmten und ohnmächtigen Opfer machte.
Ich entschloss mich dann nicht nur diese Aufgabe zu erfüllen, sondern die Liebe zur Natur in der Dunkelheit zu entdecken. (Und warum nicht "Mich wieder zu errinnern? Nach Hause zu kehren?) Das Vertrauen in mein Leben, in das Universum und dessen Gerechtigkeit, in meine Kräfte. . . . wuchs immer stärker und ich wusste, dass es an der Zeit war, mich dieser Aufgabe zu stellen. Sobald ich mich auf meine Kräfte und diese Entscheidung konzentrierte, wurde die Furcht immer kleiner und dabei wurde sogar eine Portion Neugier geweckt. Ich wusste plötzlich, dass jedes Übel nur so groß ist, wie ich es in meinen Gedanken sah und begann ein Buch über meine "VORVisionssuche" zu schreiben, denn das Thema Angst hat mich gezwungenermaßen sehr beschäftigt. Ich schrieb über alle Emotionen, die aufkamen, dadurch lernte ich mich selbst besser kennen, bekam Erkenntnisse, die mir Kraft schenkten, durch die ich Stück für Stück meine Angst besiegen konnte. Ich habe sie nicht mehr als Gegnerin gesehen, sondern als Förderin meiner Entwicklung. Ich testete mich selbst und stand extra mitten in der Nacht auf und ging raus in unseren unbeleuchteten Garten in Griechenland, schaute in den dunklen Wald des Olymps, nirgens Licht und ich spürte wieder den Magen und die Frage:"Wie werde ich es nur schaffen? " Die Antwort lautete: "Mit URvertrauen, wissend, dass es gut für dich sein wird und sicher eine kostbare Erfahrung."

Um mich mehr zu fördern, entschloss ich mich, eine weitere Angstschwelle zu überwinden. Ich schwamm nämlich bis zu dem Zeitpunkt maximal 5Meter ung. weitweg und parallel zum Strand. Ich musste mich sehr überwinden um weiter tief ins Meer zu gehen und die Angst loszulassen. Dafür wurde ich aber mit großer Freude beschenkt und belohnt mit einer wunderschönen Aussicht ins klare Wasser voll mit seltsamen Fischen, weitweg von schreienden Menschenmassen am Strand. Mein Vertrauen, mein Neugier und Entschlossenheit für die Visionssuche konnte wachsen. Ich begann Bilder mit tanzenden griechischen Gottheiten zu malen und dabei zu jedem Einzelnen zu beten, mir dabei Unterstützung bei der Visionssuche zu holen, wissend, dass alles gut ist, wie es ist, spürend, dass mir nichts Schlechtes passieren kann. Ich hoffte nur, dass mir keine Schlange begegnet. Aber selbst dann, habe ich mich getrostet:"Du kannst nie tiefer fallen als in die Hände Gottes. " Ich habe ganz bewusst den Raum für die Vorstellung kreiert, dass mir dort alles gefallen wird. Ich war und bin immer noch von der mächtigsten Kraft-nämlich der LIEBE-zutiefst überzeugt. Und die hatte ich wieder in meinem Herzen geweckt. Die Aufgabe begann für mich wirklich reizvoll zu werden. Ich spürte die Freude, die mit der Vorstellung der Natur in der Nacht in mir aufkam. Ich glaubte ja immer schon an die Kraft der Manifestation. Deswegen gab ich in meiner innerer Welt nur diesen positiven angenehmen Bilder und Visionen aus der dunklen Natur Raum. Ich war definitiv und 100%entschlossen es zu schaffen, der Natur mit allen ihrer Gesichtern positiv, mit Dankbarkeit und Demut zu begegnen und sie als Freundin zu begrüßen und den Genuss daran zu entdecken.

Da wir in Piemont früh ankamen, gab es Zeit genug die Gegend ein bißchen zu erforschen. Ich spürte eine intensive Kraft, die mich zu den obersten Hügel mit vielen Kastanienbäumen und wunderschöner Aussicht gezogen hatte. Sonia hat uns noch in der letzten Gesprächsrunde am Feuer gesagt, dass es nicht nötig ist, zu weit weg zu gehen, wir hatten also die Möglichkeit, ganz nah am Lager zu bleiben. Ich blickte mit großem Fragezeichen zu meinem ziemlich entfernten Platz, der in dem Moment ganz schwarz, fast bedrohlich wirkte. Der nächste Morgen gab mir die Antwort, dass gerade dort mein Weg hinführt und ich verspürte ganz intensiv den Wunsch in mir, in meine eigene Kraft einpirschen zu können, mit Leichtigkeit und Liebe im Herzen über meine Angstschwelle gehen zu dürfen, die Schönheit in der dunklen Natur zu entdecken und ich wusste ganz genau, dass ich es auch erreichen würde. Als ich im Medizinrad am Morgen-Ritual stand, hörte ich eine Stimme in mir flüstern:"Freue dich, Elli, es wird wie eine Neugeburt und eine Hochzeit sein".

In dieser Schwingung bin ich losmaschiert ganz feierlich und mit völligem Vertrauen zu meinem Hügel. Mit tiefer Liebe in meinem Herzen hatte ich mir mein Nest vorbereitet. Als ich dabei war Steine für die 4Himmelsrichtungen zu holen, wurde ich schreklich überrascht. Ich sah eine sich rollende, dicke, gelbe, schwarzgemusterte SCHLANGE! Ich wollte es nicht glauben, war wie gelähmt und hatte dann plötzlich gedacht:"Platz wechseln". Dabei hatte aber alles im Hinterkopf gelacht. "Gerade deswegen bleibst du da, um auch das zu schaffen!". . . ich bekam Herzklopfen und in dem Moment inspirierte mich ein Blitzgedanke. "Du baust neben deinem Steinkreis eine Spirale!" Diese Idee hat mich wiederbelebt, in Schwung gebracht und so setzte ich fast wie in Trance eine Große Spirale mit schweren Steinen. Ich sang dabei Mantras und betete, dass die Schlange dort bleiben möge, wo sie war. Und ich entschied mich dafür, dass ich jeden Schritt mit Genuss gestalten werde, dass ich weiterhin die Liebe in meinem Herzen pflegen werde, die keinen Raum für Zweifel oder sogar Angst lässt. Intuitiv wusste ich, dass diese Zustände gar nicht aufkommen werden. Und so war es wirklich, obwohl es für mich große Herausförderung war.

Als es richtig dunkel geworden war, habe ich staunend den schönen Himmel mit seinen Wolken bewundert und hatte große Freude mit den klaren Botschaften, die ich dahinten sah und spürte. Ich war selbst fasziniert, spürend, wie sehr mir diese Umstände gefallen. Viel später überraschte mich plötzlich starkes Blitzen, Donnern und der Regen. Lustig war es nicht im ersten Moment, da ich ja meine Plane gar nicht bespannt hatte. Ich habe sie trotzdem lächelnd über mich geworfen, spürend, dass das Allerwichtigste-nämlich der Sieg über meine Angst-schon zur Gänze geschehen war und dass mich nichts aus meiner Euphorie, die ich dadurch spürte, bringen konnte. Überall war Wasser und ich sah es mit Humor, sang und rasselte dabei. Schlafen konnte ich kaum, aber das Glück beschenkte mich mit enormer Kraft und Energie.

Am nächsten Vormittag war alles nass, die Sonne kam aber als Helferin und ich war zutiefst gerührt von der Dankbarkeit, mit Tränen der Freude spürte ich eine endlose Liebe in mir. Mit aller Demut zu dem Göttlichen habe ich in aller Ruhe Spiral-Ritual gemacht. Der Genuss aus all dem, was mir die Natur bot, die singenden Vögel, die geräusche der Tiere, die flüsternden Blätter, die Kraft meines bezaubernden Platzes, war unbeschreiblich groß. Meine Wahrnehmumg wuchs und sensibilisierte sich ständig und ich bekam ununterbrochen Antworten auf die Fragen, die uns Sonia mitgegeben hatte. In verschiedensten Formen empfang ich auch andere, für mich wichtige Botschaften für mein Leben. Wie entspannt und glücklich war ich!Nichts hat mir gefehlt. Ich staunte, mit wie wenig ich auskommen konnte und das sogar genießte. Langsam hatte ich keine Fragezeichen mehr, ich suchte nichts mehr und befand mich in einem zustand absoluter Fülle.

Am 3. Tag kam ein sehr starker Wind, der dem Ganzen eine ganz neue Qualität und für mich seltsame Tiefe gegeben hat. Und ich wusste, dass die Zeit reif war mit den besten Umständen für ein Verzeihungs-Ritual. Es war ein notwendiger Schritt für meine Entwicklung und die Spirale war mir auch eine exzellente Stütze und wirksame Kraft dafür. Die Aufgabe für die 3. Nacht lautete:"Nicht schlafen, sitzen bleiben um die Visionen empfangen zu können. " Das Wachbleiben fiel mir nicht leicht, doch hörte ich in mir eine Stimme, die mich beim Einschlafen sofort rief:"Wach bleiben, es ist wichtig!"Tatsächlich war es so, dass sich deutlich neue Aufgaben und Zeichen für meinen weiteren Weg zeigten. Ich konnte spüren, wohin sich mein "Fluss"wendet und dass eine ganz neue Zeit für mich beginnt.

Schnell ist die Zeit vergangen und somit ist auch der Moment des Abschiedes vom Platz gekommen, der auch tief und unvergesslich bleibt. Reich beschenkt, erfüllt von unsagbarer Dankbarkeit, Euphorie und Liebe bis zu den tiefsten Ebenen des Seins, wie Neugeboren, ganz leicht im Herzen und doch körperlich erschöpft, kehrte ich ins Lager zurück, zutiefst überzeugt, dass es nichts mehr gibt, vor dem ich mich zu fürchten brauche. Wir sind wirlich für das Leben bestens ausgerüstet, nur wir selbst sind es, die uns im Weg stehen. Und eines kann ich auch noch mit großer Sicherheit sagen, nämlich, dass mein Leben viel, viel ärmer wäre ohne diese tolle Erfahrung. DANKE. Danke für ALLES.

Mag. Elpida Jordanidou | Vorarlberg



Foto: Peter Zobernigg

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Atme tief, fliege hoch

Im Morgengrauen stehen wir auf und packen unsere Rucksäcke mit den notwendigsten Dingen um 3 Tage und Nächte allein in der Natur zu verbringen. Da gefastet wird nehmen wir nur Wasser mit.
Jeder tritt einzeln ins Medizinrad, dass wir am Tag zuvor gebaut haben ein und wird dann von Sonia Emilia mit einem Schwellenritual verabschiedet:
Jeder einzelne wird mit persönlichen Worten verabschiedet. Mir schenkte sie diese: Meine guten Gedanken begleiten Dich (Adlerfeder berührt den Kopf). Mögest du den Ruf deines Herzens vernehmen (Adlerfeder berührt das Herz). Und die Kraft haben ihn in dieser Welt umzusetzen (Adlerfeder berührt den Bauch). Eine warme Umarmung und los geht's..

Mich zieht es Richtung Süden, zu dem Platz den ich gestern bei der Medizinwanderung entdeckt habe, ich frage den Platz ob ich hier bleiben kann und er willigt freudig ein. Der Platz ist schön, hinter mir eine Steinmauer, ein kleiner Baum und einige Brombeersträucher. Vor mir die Berge und Hügel von Piemont, ein Stückchen rechts eine wunderschön grüne Wiese und daneben ein dichter Wald, über mir der Berggrad mit vielen Kastanienbäumen. Ich baue mir den Träumerplatz mit vier Haselnußästen für die 4 Himmelsrichtungen und weiteren 4 Ästen, so dass ein Rechteck entsteht. Dann binde ich 4 Sisalschnüre für die 4 Ebenen. (Mineralwelt, Tierwelt, Pflanzenwelt und Spiritwelt) um die Äste herum. Ich bin den ganzen Tag mit herrichten vom Platz und dem Machen von 416 Tabakoteis beschäftigt. Gerade vor es dunkel wird hänge ich die Tabakotais auf die 4 Schnüre.

Tagsüber war es ziemlich heiß und ich hatte einige Mühen die Plane festzumachen. Besuch hatte ich von vielen Schmetterlingen, außerdem Geckos und alles mögliche was da fliegt und fleucht. Manchmal bin ich einfach mal kurz weggeschlafen. In der Nacht gibt es ein gewaltiges Gewitter mit Blitz und Donner und viel Regen. Ganz in meiner Nähe schlägt der Blitz ein, kurz bekomme ich es mit der Angst zu tun, doch das Vertrauen beschützt zu sein ist stärker. Außerdem wäre es zu absurd ausgerechnet bei der Visionssuche vom Blitz getroffen zu werden, absolute Erleuchtung (: ). Der Wind ist so stark , dass er meine Plane auf einer Seite wegreißt, so werden einige meiner Sachen ziemlich feucht und wirklich gemütlich ist es zum Schlafen nicht. Aber okay ich bin ja mehr zum Träumen als zum Schlafen hergekommen. Träume in der Nacht von hohen Felsen, von denen Menschen freiwillig springen aber auch abstürzen, ich sehe die Szenen teilweise aus Vogelperspektive und die Felsen sind von faszinierender Schönheit.

Am nächsten morgen bin ich ziemlich wackelig auf den Beinen, das Fasten geht mir etwas auf den Kreislauf und glücklicherweise habe ich einen Traubenzucker dabei, außerdem genehme ich mir ein paar Brombeeren, mmh die schmecken. Inzwischen ist das Wetter wieder schön und ich hänge die nassen Sachen an die Sonne. Manchmal überkommt mich ein Hungergefühl, aber es verschwindet bald wieder. Es geht mir ziemlich gut und da ich gerne alleine bin genieße ich die Ruhe und den Frieden und ich fühle mich total aufgehoben und beschützt. Ich beginne mich mit den Fragen die uns Sonia auf den Weg mitgegeben hat zu beschäftigen: Wo stehe ich momentan in meinem Leben? Was hält mich fest? Warum wurde ich geboren? Wer oder wo ist meine Seelenfamilie? Was ruft mein Herz?
Was beschäftigt mich am meisten? Was sind meine Stärken und Potentiale?, außerdem Wer bin ich? Was ist meine größte Angst? Was sollte ich in meinem Leben noch in Ordnung bringen?
Vor meinen Augen baut eine schöne Spinne ihr Netz und erinnert mich an die unendliche Kreativität der Natur und den unzähligen Möglichkeiten die wir Menschen haben unser Leben zu weben sprich zu gestalten, ja die Natur ist der große Lehrermeister. Und so vergeht der Tag wie im Flug, in der Nacht schlafe ich unruhig und wache öfters auf, höre meine Schwester die Eule, was mir ein wolliges Gefühl vermittelt.

Nun ist schon der 3 Tag , wobei sich meine Zeitempfindung zu ändern beginnt, manchmal weiß ich nicht mehr wie lange ich schon hier bin außerdem sind meine Sinne aufs äußerste geschärft, als ich kurz den Platz zum Austreten verlasse , höre ich wie sich das Gras hinter meinen Schritten wieder aufrichtet. Es beginnt sich eine Leere in mir breitzumachen und ich heiße sie herzlich willkommen, mein Kopf ist nun endlich leer und stört mich nicht mehr in meinem Dasein, zumindest für einige Zeit. Selten ist mir ein Tag so lange vorgekommen, ich warte auf die Nacht , auf die Wachnacht, auf die Visionsnacht. Als die Sonne etwas tiefer steht beginne ich einen Steinkreis um mich zu bauen, indem ich gerade genug Platz habe um die ganze Nacht zu sitzen, denn wir sollen in der Visionsnacht ja nicht schlafen sonder unsere Visionen empfangen. Leichter gesagt als getan. Als es endlich beginnt zu dunkeln, passiert etwas wunderschönes, ich schaue an mir herunter und bin plötzlich einfach ein Teil von diesem Platz, mein ganzes Sein ist eins mit der mich umgebenden Natur, ich spüre wie sich mein Bewusstsein erweitert, ein Gefühl als wäre ich in Halbtrance, ich verspüre auch kaum mehr Hunger oder Durst. Ich sehe in der Abenddämmerung einen Falken Richtung Berge ziehen, in der Nacht werde ich mit Bildern beschenkt, als ich einmal einnicke, werde ich vom Rufen der Schwester Eule geweckt. Die Wetterleuchten am Himmel geben der Szene manchmal einen wirklich magischen Eindruck. Kurz vor Morgengrauen übermächtigt mich der Schlaf und ich wache träumend von einem Sonnen.- und einem Mondtor im Morgengrauen auf.

Erschöpft aber glücklich breche ich meinen Platz ab, verlasse den Platz wie ich ihn vorgefunden habe und bewege mich Richtung Basiscamp. Ich bin schwach auf den Beinen und fühle mich immer noch in einer Art Halbtrance . Dazu kommt noch ein dichter Frühnebel und ich habe ziemliche Mühe zurück ins Lager zu finden, als ich mich dann noch verlaufe breche ich in Tränen aus und mit letzter Kraft finde ich dann den Weg zurück in den Medizinkreis. Dort werden wir von Sonia Emilia wieder mit einem Schwellenritual begrüßt. Mir laufen wieder die Tränen über die Wangen aber diesmal aus Freude und Erleichterung. Ein unerschütterliches Vertrauen, eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und ein Herz das überzugehen scheint vor Dankbarkeit und Freude. So bin ich da, freu mich mit all den anderen und spüre eine tiefe Sehnsucht meinen Teil beizutragen, dass die Welt heller, friedlicher und liebevoller wird. Ich folge meinen Visionen......

Angelina Fink |Dornbirn




Unser Basislager, das Tipicamp
vom Berggipfel aus gesehen


Foto: Anglina Fink


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 






unser Basislager
während der Visionssuche


Foto: Anglina Fink

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Angelina


Foto: Anglina Fink